Durch Skandinavien Teil 2

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Von Wald, Wind und Wasserfällen auf dem Weg Richtung Heimat

Nach unserer Nacht in Lilla Edet an einem kleinen See, der so idyllisch war, dass man kurz überlegte, ob man nicht einfach dort bleibt, ging es am nächsten Morgen weiter. Die guten Plätze am Wasser waren vergeben, also standen wir leicht versetzt im Wald. Die Nacht war ziemlich ruhig, bis die Forstarbeiter und ihr Helikopter gegen halb sechs entschieden, dass der Tag beginnen darf. Elli war sofort hellwach und fand das alles sehr aufregend. Wir weniger. Trotzdem war es ein guter Stopp für eine Nacht.

Am Vormittag fuhren wir nach Tannum, in der Hoffnung, ein Stativ zu finden. Unser eigenes stand zuhause und grinste uns in Gedanken aus der Ecke an. Der Ausflug war erfolglos. Kein Stativ weit und breit. Wir tranken etwas, schnaubten einmal tief durch und rollten weiter nach Norwegen.

Moss und der Mix aus Meer, Wind und Realität

In Moss begrüßten uns 19 Grad, ein kleines bisschen Sonne und genug Wind, um uns daran zu erinnern, dass wir in Norwegen sind. Der Platz, den wir fanden, war nicht spektakulär, aber er lag in der Nähe der Küste, und das war genau richtig. Elli schnüffelte sich durch die Gegend und wir gingen einen kleinen Weg entlang. Das Meer, der Wind und dieser typische Geruch aus Salz und Wald machten den Stopp besser als erwartet. Moss ist eine Mischung aus Industriegeschichte, Natur und Kunst, aber wir blieben nicht lange genug, um die Stadt wirklich zu erkunden. Wir wollten weiter.

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Seen, Fjorde, Hochebenen und der ganz normale Vanlife-Wahnsinn

Der erste Halt nach Moss war Siljan. Ein ruhiger See, glasklares Wasser, mehr braucht man nicht für eine gute Nacht im Van. Wir fanden einen Platz, der wirklich hübsch war. Nicht laut, nicht aufregend, einfach Natur, die einem die Schultern lockert. Elli war glücklich, weil es überall gut roch. Wir waren glücklich, weil es endlich mal keine Forstarbeiter und keine Helikopter gab. Eine echte Qualitätsnacht.

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Voss

Dann fuhren wir nach Voss. Und Voss ist genau das, was der Name vermuten lässt. Ein Ort, in dem Outdoor-Fans ihren Puls verlieren. Seen, Berge, Gleitschirmstarter, Wanderwege und eben die berühmten Wasserfälle. Die Region rund um Voss ist berühmt für Abenteuer, aber wir wollten vor allem eins sehen: die Wasserfälle. Und sie enttäuschen nicht. Laut, beeindruckend und das perfekte Geräusch, wenn man eine Pause vom Autofahren braucht.

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Ullensvang und Hardangerfjord

In Ullensvang sind wir mitten in Norwegens Obstschüssel gelandet. Die Hardanger Region wird nicht umsonst Obstgarten des Landes genannt. Überall hängen Apfelbäume an steilen Hängen, Cidertafeln an Scheunentüren und im Frühjahr explodiert hier die Blüte. Wer mag, kann entlang des Fruit Trail durch die Obstplantagen spazieren, bei Hofläden anhalten oder sich durch lokalen Apfelsaft und Cider probieren. Rundherum warten dann noch Gletscher, Fjordblicke und bekannte Wanderwege. Wir hatten dafür viel zu wenig Zeit und dafür umso mehr das Gefühl, beim nächsten Mal genau hier mehrere Tage einzuplanen.

Odda

Odda fühlt sich ein bisschen an wie eine Mischung aus altem Industriestandort und modernem Outdoor Hotspot. Früher standen hier Schmelzwerke und Kraftwerke im Mittelpunkt, heute sind es Wanderer mit Trekkingrucksack, die in Richtung Trolltunga aufbrechen oder Wasserfälle wie Låtefoss abklappern. Für uns war Odda diesmal weniger Abenteuerzentrale und mehr Versorgungsstopp mit Wanderhosen Fokus. Aber man merkt sofort, dass man hier locker mehrere Tage füllen könnte, wenn man Lust auf spektakuläre Touren hat.

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Bondhus und Bondhusdalen

Bondhus war für uns einer der Momente, in denen man kurz überlegt, ob man den Van einfach hier oben anmelden und nie wieder wegfahren sollte. Der Weg führt auf einer alten Eisstraße durch das Bondhusdalen Tal, auf der früher Eisblöcke vom Gletscher zum Fjord gefahren wurden. Heute läuft man bequem auf einem breiten Schotterweg, der auch mit Kinderwagen machbar ist, und landet nach ungefähr einer Stunde an einem türkisgrünen See mit Gletscherblick. Parken kostet zwar eine kleine Gebühr, dafür bekommt man ein Panorama, das früher englische Reisende angelockt hat und heute Instagram und Realität gleichzeitig bedient.

Hintergrundwissen

  • Bondhusdalen und der See Bondhusvatnet sind klassische Postkartenmotive. Das Tal gehört zur Hardangerfjord Region und war schon im 19. Jahrhundert ein Ziel für englische Touristen. THE FJORDS IN WESTERN NORWAY+1

  • Der Weg zum See folgt größtenteils der alten Eisstraße Isvegen, die um 1863 gebaut wurde, um Eis vom Gletscher Bondhusbreen zum Fjord zu transportieren. Heute ist es ein breiter, gut zu gehender Weg. The Fjords

  • Die Tour zum See ist als leicht eingestuft, etwa zwei Stunden hin und zurück, Parken kostet aktuell um die 100 NOK und es gibt Toiletten am Parkplatz. Visit Norway

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Haukelifjell

Die Fahrt über Haukelifjell fühlt sich an, als würde man kurz auf einer eigenen Weltkugel unterwegs sein. Die Straße der E134 zieht sich über ein Hochplateau, das im Sommer weit und karg wirkt und im Winter gern mal komplett dichtschneit. Das Gebiet grenzt an die Hardangervidda und bietet Skigebiete, Wintertouren und im Sommer weite Wanderungen für alle, die es gern ein bisschen einsamer mögen. Wir sind mit dem Van durchgerollt und hatten dieses typische Norwegengefühl: Kilometerlang nur Landschaft, Wind und das leise Brummen des Motors.

Hintergrundwissen

    • Haukelifjell ist ein Hochgebirgsgebiet und Pass in Südnorwegen und Teil der wichtigen Fernstraße E134 zwischen Oslo und der Westküste. Wikipedia+1

    • Das Gebiet liegt in der Nähe der Hardangervidda Hochebene auf rund 1000 bis 1200 Metern und ist im Winter schneereich, mit zeitweise gesperrten Straßen oder Kolonnenverkehr. Wikipedia+1

    • Es gibt ein Skigebiet und Haukeliseter als bekannte Hütte des norwegischen Wandervereins, die als Ausgangspunkt für Touren dient.

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Valle










Sokndal

Valle liegt im Setesdal Tal und fühlt sich an wie ein kleiner Knotenpunkt für alles, was mit Tradition und Draußen zu tun hat. Die Region ist bekannt für ihre Volksmusik, Trachten und vor allem für Silberhandwerk. Es gibt hier sogar eine Schule, an der angehende Gold und Silberschmiede ausgebildet werden. Ringsherum ziehen sich Berge mit Kletterrouten und Wanderwegen nach oben. Für uns war Valle ein ruhiger Stopp mit einem sehr nassen Hund, der unerwartet im Wasser landete, aber eigentlich ist es ein spannender Ort für alle, die Kultur und Natur gern kombinieren.

In Sokndal sind wir an einem dieser Orte gelandet, bei denen man kurz nicht sicher ist, ob das echt ist oder eine Filmkulisse. Am Jøssingfjord stehen zwei alte Holzhäuser direkt unter einem riesigen Felsvorsprung. Helleren heißt dieser Platz und der Fels ersetzt hier praktisch das Dach. Die Häuser stammen aus dem 19. Jahrhundert, vermutlich wurde der Platz aber schon viel früher genutzt. Heute gehört das Gebiet zum Magma UNESCO Global Geopark und wirkt wie ein kleiner Zeitsprung. Man steht da vor diesen schiefen Holzwänden, über einem türmt sich der Fels und unten glitzert der Fjord. Für uns war das einer der Stops, an denen man spontan länger bleiben möchte, einfach nur um zu schauen, wie das alles zusammenhält.

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Flekkefjord

Flekkefjord war für uns der perfekte Übergang von Fjord zu Südküstenromantik. In der Altstadt, dem sogenannten Hollenderbyen, reiht sich ein weißes Holzhaus an das nächste, dazwischen Kopfsteinpflastergassen, kleine Details und moderne Street Art. Früher wurde von hier aus mit den Niederlanden gehandelt, heute schlendert man mit Kaffee in der Hand durch die Gassen und hat ständig das Gefühl, irgendwo könnte ein Filmteam um die Ecke biegen. Für uns war es ein schöner letzter Stopp in Norwegen, bevor es endgültig Richtung Kristiansand und Fähre ging.

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Heimfahrt über Kristiansand und zwei Nächte Dänemark mit Strandtag in Varde

Von Flekkefjord ging es für uns direkt nach Kristiansand. Kein Stadtbummel, kein letzter Blick, einfach nur rein in den Hafen und rauf auf die Fähre. Dieser Moment war der erste, in dem wir gemerkt haben, dass wir eigentlich gar nicht bereit waren, Norwegen schon wieder loszulassen. Aber Fähren fragen bekanntlich nicht nach Gefühlen.

Die Überfahrt nach Hirtshals war ruhig. Meer, etwas Wind, ein müder Hund und dieses komische Bauchgefühl, wenn man weiß, dass ein Teil der Reise vorbei ist. In Dänemark fährt man dann vom Schiff und es fühlt sich sofort anders an. Flacher, offener, leichter. Wunderschön auf seine eigene Art, nur eben nicht Norwegen.

Wir blieben zwei Nächte in der Gegend um Varde, was sich als absoluter Glücksgriff herausgestellt hat. Die Strände dort sind breit, ein paar mit dem Auto befahrbar, aber nicht so voll wir in Rom, endlos und genau die Sorte Landschaft, in der man automatisch tiefer atmet. Dünen, sanfte Wellen, warme Luft und ein Himmel, der sich anfühlt, als wäre er extra großgezogen worden. Elli war im absoluten Paradies und das Wetter hat es nochmal so richtig gut mit uns gemeint.

Und trotzdem. So schön dieser Strandtag war, so wohltuend die Wärme und die Ruhe. In uns schwang die ganze Zeit dieser Gedanke mit, den man nur schwer ignorieren kann: Norwegen hat uns mehr erwischt, als wir zugegeben haben. Die Berge, die Fjorde, die Stille, dieses riesige Gefühl von Raum. Varde war traumhaft, keine Frage. Aber unser Herz lag eindeutig ein Stück weiter oben auf der Karte.

Die Heimfahrt nach Deutschland fühlte sich deshalb weniger wie „nach Hause kommen“ an und mehr wie „okay, wir müssen kurz zurück, aber wir wissen alle, dass das hier nicht die letzte Runde war“. Elli schnarchte die ganze Fahrt durch. Wir nicht. Wir haben nämlich schon angefangen zu überlegen, wann wir wieder hochfahren.

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